Globale Nahrungskrise und Weltfrieden

UPF-Hannover und IFEED e.V. organisieren ein Tagesseminar

 

Sievershausen, den 19.07.2008

Über 50 Gäste kamen zu der von der UPF-Hannover und dem Internationalen Forschungszentrum für Erneuerbare Energien e.V. Deutschland (IFEED) veranstalteten Tagung zum Thema „Globale Nahrungskrise und Weltfrieden“.

 

In seiner einführenden Rede erläuterte Rainer Fuchs die UPF-Maxime, dass nur „ein Leben im Einsatz für die Gesamtheit und den höheren Zweck“ alle zwischenmenschlichen Barrieren, seien sie kultureller, ethnischer oder religiöser Art, überwinden könne. Anschließend gab es eine Menge Fragen und Kommentare zu diesem Vortrag. Eine 14-jährige Teilnehmerin bemerkte: „In meiner Schule demonstrieren manche Schüler ein wirklich unakzeptables Verhalten. Man möchte meinen, dass die Eltern Hilfe benötigen, wie sie ihre Kinder richtig erziehen können.“

 

Jürgen Mandel, Vorstandsmitglied der IFEED, erläuterte daraufhin die verschiedenen Aspekte der latenten Energiekrise. Erneuerbare Energien, so Mandel, ist die einzige Alternative zu den fossilen Ressourcen. Er machte deutlich, wie Europa mit verschiedenen Arten dieser erneuerbaren Energie gearbeitet werden könnte. Energiefarmen in Afrika beispielsweise könnten den Energiebedarf von ganz Europa abdecken. Das UN Konzept von „integrierten Energiefarmen“ könnte für den Fortschritt der Entwicklungsländer einen wichtigen Beitrag leisten, was wiederum positive Auswirkungen für die Lösung der globalen Nahrungskrise haben würde.

 

Dr. Al-Fahad referierte über Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern. „Über 3.500 Afrikaner sterben jedes Jahr beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren und der Armut zu entkommen.“ „In unseren Ländern wird so viel Geld in die Landwirtschaft investiert, und zu viel produzierte Güter werden aus Gründen der Preisstabilität einfach vernichtet. Und das, obwohl die Statistik uns zeigt, dass alle fünf Sekunden irgendwo auf dieser Welt ein Kind an Hunger stirbt.“ „Wir müssen mit unseren Politikern und der Gesellschaft zusammenarbeiten“, schlug Al-Fahad weiterhin vor, „um gemeinsam dieses Problem zu lösen. Durch persönlichen Einsatz und Kooperation können Hunger und Armut beseitigt und die Lebensqualität erhöht werden.“

 

Prof. Dr. El-Bassam, Gründer der IFEED e.V., erhielt eine Auszeichnung für seinen unermüdlichen Einsatz auf der Suche nach Lösungen, mit denen man die Weltenergiekrise in den Griff bekommen kann. Außerdem wurde sein 70. Geburtstag nachgefeiert. Während der Kaffeepause erhielt Jürgen Mandel die Auszeichnung als Friedensbotschafter für seine Arbeit im Friedenzentrum Sievershausen und seinen Einsatz im Rahmen von IFFED.

 

Am Ende der Veranstaltung berichtete Dr. Rose Ngomba aus Kamerun über eines ihrer Projekt in Malawi. Die Initiative bezweckt die Verbesserung der medizinischen Versorgung, die Eindämmung der HIV-Infektionen und die Erhöhung der Lebenserwartung der Menschen vor Ort: „Ich habe diese Projekt aus Dankbarkeit begonnen für all jene, die mir am Anfang, als ich nach Europa kam, halfen. Mein Vater konnte mir nicht viel geben. Er verdiente nur 20 US$ im Monat und musste damit eine 8-köpfige Familie versorgen. Aber viele im Dorf haben mir den ein oder anderen Dollar zugesteckt und mir viel Glück gewünscht. Später lag es dann an mir, diese Freundlichkeiten zurück zu zahlen.“

 

Mit Hilfe von Medizinern aus Deutschland erhalten Hebammen aus ihrem Dorf einen 3-jährigen Kurs in Psychologie, Eheberatung und Sozialarbeit in der St Anne’s Klinik in Nhkotakota. „Entscheident ist, dass Leute vor Ort lernen, wie sie sich selbst helfen können. Das hat eine viel größere Wirkung, als wenn lediglich Experten aus dem Ausland kommen und alles selbst organisieren wollen.“

 

Marcia Schlichting

Bilder können eingesehen werden unter: http://picasaweb.google.de/marcia60/GobaleNahrungkriseUndWeltfrieden