Universal Peace Federation Deutschland in einer
Stellungnahme während der OSZE Konferenz Warschau:
Aufruf an die Bundesregierung zu einem fairen Umgang
mit religiösen Minderheiten
Warschau, 25.09.2007
In einer verbalen
Intervention und schriftlichen Stellungnahme forderte die UPF Deutschland die
Bundesregierung auf, ihre Politik gegenüber religiösen Minderheiten im Lande
neu zu formulieren. In einer Empfehlung, die auf der Webseite der OSCE
nachgelesen werden kann, wird der Bundesrepublik empfohlen, von der bisherigen
Strategie der Ab- und Ausgrenzung abzusehen und zu einem vernünftigen Miteinander
zu gelangen.
Insbesondere wird der
Bundesregierung empfohlen, „die Abteilung Sogenannte Sekten- und Psychogruppen,
die immer noch Teil des Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
ist, neu zu strukturieren und umzubenennen. Die Abteilung sollte ihre
gegenwärtige Vorgehensweise, die auf Ausgrenzung und Inkriminierung der ihnen
anvertrauten Minderheiten abzielt, dahingehend ändern, dass stattdessen ein
Umgang gepflegt wird, der sich durch gegenseitigen Respekt und guten Willen
auszeichnet, und für beide Seiten dienlich und förderlich ist.“
Die Delegation der
Bundesregierung unter ihrem Vorsitzenden Dr. Axel Berg ging in ihrer
Stellungnahme kurz auf die Intervention ein. Toleranz und
Nicht-Diskriminierung, so die Bundesregierung, stehen schon immer ganz oben auf
der politischen Agenda. Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass seit
Februar 2007 eine neue „Zentrale Anti-Diskriminierungsstelle“ aufgebaut wird.
Weitere Stellungnahmen von
Mitgliedern des European Network for
Tolerance and Non-Discrimination kamen von der Universal Peace Federation England, Association de l’Esprit Saint poul l’unifiation du Christianisme
Mondial aus Frankreich, Human Rights
without Frontieres aus Belgien und FOREF
Europe aus Österreich.
In einer Reihe von „side
events“ konnten NGOs und andere Organisationen ihre Projekte vorstellen.
Besonders bemerkenswert ist das Projekt „Toledo Guiding Principles on Teaching
about Religions and Beliefs in Public Schools“, vorgestellt durch Dr. Jeremy
Gunn, Direktor des Programms für Religions- und Glaubensfreiheit der Amerian Civil Liberties Union in New
York. Das Projekt sieht vor, den konfessionsgebundenen Religionsunterricht, wie
er gerade in der Bundesrepublik immer noch die Regel ist, zu ersetzen mit einem
Fach Religion, in dem nicht die Doktrin der ein oder anderen
Glaubensgemeinschaft gelehrt wird, sondern die Vielfalt der Religionen als
positiver Trend in der heutigen Gesellschaft und ihren möglichen Beitrag zu
einer friedlicheren Gesellschaft. Damit, so das Konzept, sollen schädliche
Fehleinschätzungen und Stereotypen über andere Religionen, die es in der
Bevölkerung immer noch gibt, abgebaut werden und durch eine positive Haltung
gegenüber der „fremden“ Religion oder Philosophie ersetzt werden. Grundlage für
den Unterricht über Religionen und Weltanschauungen sind die Menschenrechte.
Dieser Unterricht sollte für alle Schüler verbindlich sein, egal welcher
Glaubensgemeinschaft sie angehören mögen. Konfessioneller Unterreicht bleibt
dann den Glaubensgemeinschaften im Rahmen ihrer Organisation selbst überlassen.
Die OSCE Konferenz „Human
Dimenstion Implementation Meeting“ ist die größte Menschenrechtskonferenz in
Europa und findet jedes Jahr in Warschau, Polen statt. Neben Vertretungen der
56 Mitgliedsstaaten sind zahlreiche Friedens- und Menschenrechtsorganisationen
vertreten, die im Rahmen dieser Konferenz ihre Meinungen und Empfehlungen
artikulieren können. Ziel ist, Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen
Regierungsinstitutionen und NGOs in den Nationen zu verbessern.