Am 7. September 2007 fand in der Stadthalle Offenbach das
erste „Global Peace Festival“ der Universal Peace Federation Deutschland statt.
Ein anregendes live Musik-Programm, gestaltet von nicht weniger als 8 Profi-
und Nachwuchsbands bot einen abwechselungsreichen Rahmen für die Botschaft:
Lasst uns Frieden auf allen Ebenen verwirklichen, in uns selbst, in unseren
Familien und der Gesellschaft bis hin zur Welt. Als „clean“ Festival
ausgegeben, waren Alkohol, Zigaretten und Drogen „out“ – woran sich auch die
900 Zuschauern jeden Alters hielten.
„Wir wollen wirklich was bewegen – glaubt daran!“ feuerte
die 8-köpfige Düsseldorfer Jugendband „Shinrok“ in einem ihrer
selbstgeschriebenen nachdenklichen Songs zum musikalischen Auftakt an. Das Duo
„Jamacadoo“ aus dem Raum München hüllte sodann die Halle ein in die
ungewöhnlichen Klangmuster des Didgeridoo (langes Blasrohr der australischen
Aborigines), begleitet von Cajon, Darabuka und Marimbaphon. Heiß her ging es
weiter mit dem „Theaterdrumming“ der „Strokes“, sechs Künstlern aus Ungarn, die
auf allem schlagen, was einen Ton hergibt: Mülltonne, Besen, Waschbrett, Eimer,
Röhren...
Um die Frage „Wie können wir den Frieden verwirklichen?“
ging es in zwei Kurz-Präsentationen, welche die 8 Milleniumsziele der UNO sowie
die 5 Friedensprinzipien der UPF vorstellten. Während die UNO zur Beseitigung
von Armut, Hunger und Krankheiten und zu besserer Bildung, Frauenförderung und
ökologischer Nachhaltigkeit aufruft, bringt UPF auch innere Aspekte wie die
Kooperation zwischen Religionen und Kulturen sowie die Wirkung von starken,
harmonischen Familien für die Friedensbildung ins Blickfeld.
Zwei Friedensbotschafter – ein Titel, den UPF
Persönlichkeiten verleiht, die sich in ihrem Umfeld für Frieden engagieren –
sprachen vor allem die Jugend an: Amir Mohammed Herzog, Vorsitzender des
Vereins der deutschsprachigen Muslime in Berlin, forderte die jungen Menschen
auf, die Friedensarbeit zu übernehmen und erklärte, dass Islam schon in seiner
Wortwurzel Frieden (arab. „Salam“) bedeutet und von den Muslimen auch so
verstanden werden sollte. Frau Dr. Edda Hanisch, Erziehungswissenschaftlerin
und ehemalige DDR-Dissidentin, sprach engagiert über die Bedeutung von
Grundwerten und Familienwerten, die an die Jugend weitergegeben werden müssen,
weil eine Gesellschaft ohne sie nicht funktionieren kann.
Hauptredner und Ehrengast des Festivals war Dr. Hyun-Jin
Preston Moon aus den USA, Rats-Co-Vorsitzender der UPF International und Sohn
des Gründerehepaares Rev. Dr. Sun-Myung Moon und Dr. Hak-Ja Han-Moon. Der
8fache Vater und jugendliche End-Dreißiger hatte bereits eine Reihe solcher
Festivals initiiert, u.a. im August in Israel, wo er mit seinem Freund, dem
Sohn des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr., aufgetreten
war. Auch der Sohn des indischen Friedensstifters Mahatma Gandhi zählt zu
seinen Freunden.
Dr. Preston Moons tiefes Anliegen ist die Zusammenarbeit
der Religionen für den Frieden und die Überwindung aller Grenzen im
zwischenmenschlichen Bereich, welche besonders von den religiösen Leitern der
Welt gefördert werden sollte. Dies brachte er mit tiefer Überzeugung und
Herzlichkeit zum Ausdruck, als er das Rednerpult verließ und spontan durch die
Reihen der Zuschauer ging. „Wir sollten unsere Beziehungen zu unseren Nachbarn
bis hin zu den Ländern der Welt im Kontext der Familie sehen und sie lieben,
wie wir unseren Bruder, unsere Schwester, Vater, Mutter, Sohn oder Tochter
lieben“, sagte er und reichte überraschten Gästen das Mikrophon: „Sprechen Sie
bitte die Worte: One Family under God - eine Familie unter Gott – laut und
deutlich für alle“, sagte er mit gewinnendem Lächeln in Englisch. Zurück auf
der Bühne beendete er seinen Auftritt mit einem spontanen Elvis-Lied: „Johnny
be good!“, zu dem begeisterte Zuschauer auf und vor der Bühne mittanzten.
Eine Besonderheit des deutschen Global Peace Festivals war
der 7-tägige Friedenslauf im Vorfeld, an dem sich vom 31. August bis 6.
September mehr als 50 Unterstützer der UPF beteiligt hatten. Unter dem Motto „Wandern
durch Deutschland für den Frieden“ waren sie in zwei Gruppen, in Tagesetappen
von 15-30 km, jeweils 160 km entlang des Europäischen Fernwanderwegs E1
gelaufen. Das Nordteam startete in Herdorf bei Siegen und das Südteam in
Ziegelhausen bei Heidelberg, und beide trafen sich in der Mitte bei Bad
Camberg.
Mit Flugblättern machten die Friedensaktivisten auf die
UN-Milleniumsziele und die Friedensprinzipien der UPF aufmerksam und trafen
Bürgermeister, Pressevertreter und viele Menschen entlang des Wegs. Als
unmittelbarer Ausdruck harmonischer Völkerverständigung waren 15
Friedensbotschafter aus Japan und Korea mit von der Partie. Besondere
Aufmerksamkeit erregte der freundliche junge buddhistische Mönch Ashin Sopaka
aus Burma, der bereits Friedensläufe in Burma, Thailand, Japan, USA und
Deutschland durchgeführt hatte. Er nahm als Repräsentant des Kölner Buddhismus
Center teil, welches den Friedenslauf mit organisiert und unterstützt hatte.
40 anwesende Friedensläufer wurden während des Festivals
von Dr. Thomas Walsh, Generalsekretär der UPF International, mit einer Medaille
ausgezeichnet. Die acht Bands, die für das Festival ohne Gage gespielt hatten,
erhielten von ihm eine Friedensbotschafter-Ehrenurkunde.
Mit den „Talking Horns“ ging es gegen 19:00 Uhr in die
Endrunde der 7-stündigen Friedensveranstaltung. Die vier professionellen
Blasmusiker, eines der besten Ensembles der Kölner Musikszene, versetzten das
Publikum durch die Schnelligkeit und unkonventionelle Ausdruckskraft ihrer
„sprechenden Hörner“ in Erstaunen.
Mit den Jugendbands „EXIT“ aus Frankfurt und „Wild
Kimchee“, „Timeless“ und „Red Cabbage“ aus Süd-Bayern wurde die Stimmung zum
Abschluss noch einmal so richtig angeheizt. Die bis zum Ende durchhaltenden
jugendlichen Zuschauer gaben sich begeistert den Rhythmen der dynamischen
Darbietungen eines Musik-Mix aus Rock, Punk, Grunge, Funk, Salsa und Metal hin
und klatschten und tanzten, was das Zeug hielt.
Viele stellten sich die Frage: „Wann und wo gibt es das
nächste Festival?“ Ort und Datum stehen noch nicht fest, aber das Global Peace
Festival ist als eine jährliche Veranstaltung gedacht.
Hildegard Piepenburg