Familie als Baustein für Weltfrieden
Universal Peace Federation (UPF)
veranstaltete in Linden ein Seminar

Linden
(pm). In den Räumlichkeiten der Familienföderation e.V in Linden, Siemensstraße
32 veranstaltete die UPF Deutschland e.V (Universal Peace Federation) am 23.
August 2008 ein 1-Tagesseminar zum Thema "Was können wir zum
Weltfrieden beitragen". Nach
einem Empfang und Beiträgen von jungen Musikern kamen, wie Peter Valenta
bgerichtet, drei Referenten zu Wort.
Christian
Hausmann aus Stuttgart, Vorsitzender der Familienföderation e.V, präsentierte
die "5 Prinzipien des Friedens". Er knüpfte an das Motto der
Olympiade in China - "One World-One Dream" – an und fragte, wie wir
dies erreichen könnten. Hausmann erklärte, dass die UPF am 12. September 2005,
am 60. Geburtstag der UN in New York gegründet wurde. Der Impuls für die
Gründung sei aber schon im Jahre 2000 gekommen, als die UN in ihrer
Milleniumserklärung selbst kritisch reflektiert an friedensliebende Menschen
und NGO's appellierte, sich aktiv in die Erneuerung der UN einzubringen.
Hausmann machte plausibel, dass ein engstirniges Verständnis von Religion
leicht Ursache für Konflikte werden könne, aber Gott ganz auszuschließen keine
Lösung sei. Die Universelle Friedensföderation mit ihren „5 Prinzipien des
Friedens“ versuche hier ein Korrektiv entgegen zu stellen indem es für alle
Kulturen und Religionen gemeinsame Werte herausstellt und propagiert. Hausmann
forderte von den Religionen mehr „Orthopraxie anstatt Orthodoxie“. Die Frage
sei, was jeden Einzelnen bewege. Nicht einzelne Leute an der Spitze, sondern
viele Einzelne könnten die Welt verändern. In Deutschland gäbe es einen Mangel
an Ingenieuren, aber genauso gäbe es auch einen „Liebesmangel“ in unserer
Gesellschaft. Der Frieden und die Liebe sollen in uns stattfinden.
Hildegard
Piepenburg aus Glashütten, Mutter von vier Kindern, die sich auch im
Familiennetzwerk engagiert, sprach über die Bedeutung der Familie als Baustein
für den Weltfrieden. Sie sprach in ihrem Vortrag über die gegenwärtige
Situation und was die „Institution
Familie“ unverzichtbar macht. Kritisch äußerte sich Frau Piepenburg
gegenüber dem Thema "Gender Mainstreaming". Mann und Frau seien
gleichberechtigt, aber nicht absolut gleich. Die Familie
solle eigentlich das Leitbild unserer Gesellschaft sein, denn die intakte
Familie sei die beste Grundlage für die Entwicklung einer gesunden
Gesellschaft. Wissenschaftlich wurde ihr Referat, als Piepenburg einige
bemerkenswerte neue Erkenntnisse über Bindungsforschung in Bezug auf die
emotionale- und intellektuelle Bildung vortrug. Dabei stützte sie sich auf
Gordon Neufeld's Buch „Unsere Kinder brauchen uns“. Abschließend meinte sie,
dass die Gesellschaft viele Ressourcen für die "Reparatur von
gescheiterten Beziehungen" ausgebe. Es sei sinnvoller mehr in die Familie
zu investieren und das Bewusstsein zu stärken, dass jede Familie ein Baustein
für den Weltfrieden sei.
Dr. Elke Preußer-Franke, Vorsitzende des
Jüdischen FrauenVereins Dresden e.V. - erzählte über ihre Erfahrungen von
internationalen Tagungen der UPF. Was sie besonders hervorhob, war ihre Reise
nach Israel im Jahr 2004, wo sie an der Sperrmauer vor Hunderten
internationalen Teilnehmern über ihre eigenen Befindlichkeiten mit der Berliner
Mauer sprach, in deren Schatten sie ihre Jugend in der DDR hatte verbringen
müssen. Als SHOA-Überlebende empfand sie als Jüdin, deren Mutter im KZ
umgekommen war, am Holocaust-Mahnmal Yad Vashem, eine tiefe Dankbarkeit
gegenüber den Mitgliedern von UPF, die in einem kilometerlangen Gedenkzug ihre
Trauer und Verantwortung gegenüber jener historischen Schuld aus einer Zeit, in
der die Mehrzahl der Teilnehmer überhaupt noch nicht geboren war, zum Ausdruck
brachten.
Der
Schlusspunkt wurde die Ernennung von zwei Friedensbotschaftern, die sich
vorbildlich in ehrenamtlichen Tätigkeiten engagiert haben und engagieren und
dadurch zum Frieden beitragen. Die Veranstaltung war gut besucht. Die Vorträge,
der gemeinsame Austausch beim internationalen Mittagessen und die musikalischen
Beiträge sind bei den jüdischen, christlichen und islamischen Teilnehmern gut
angekommen.
Die „fünf Prinzipien des Friedens der
UPF“ sind, wie Peter Valenta berichtet: „Wir sind eine von Gott geschaffene
Weltfamilie – Der höchste Wert des Menschen ist sein geistiger und moralischer
Wert – Die Familie ist die Schule der Liebe und des Friedens – Leben zum Wohle
für andere Menschen ist der beste Weg, die zerstrittene Weltfamilie wieder
miteinander zu versöhnen – Frieden entsteht durch Kooperation jenseits der
Grenzen von Völkern, Religionen und Nationalitäten.“
Dieser
Artikel ist erschienen in: Gießener Allgemeine, Donnerstag, 28. August 2008,
Nummer 201, Seite 41