Haben wir den Traum vom
Paradies auf Erden aufgegeben?
Frankfurt, 15.11.2008
Am Samstag, dem 15.November
08, trafen sich in den Räumlichkeiten der UPF in Frankfurt-Sachsenhausen knapp
40 Mitglieder und Gäste der UPF-Ortsgruppe Frankfurt zu einem interreligiösen
Symposium mit dem Thema: „Haben wir den Traum vom Himmelreich, dem Paradies
auf Erden, aufgegeben? Wenn nicht – wie wird er Wirklichkeit?“
Die Veranstaltung begann mit
dem Lied „Love can build a bridge…“, wunderbar gesungen von Margaret
Staudinger. Darauf folgte eine kurze Einführung und Videopräsentation in die
Ziele und Projekte der UPF und des Global Peace Festivals, vorgetragen von
Monika Kunde, Repräsentantin der UPF-Frankfurt.

Den erste Vortrag gab Dr. Marco Frenschkowski, Religionswissenschaftler und ev. Theologe aus Hofheim im Taunus. Er sprach ganz allgemein aus der Sichtweise eines evangelischen Theologen, drückte aber auch seine persönliche Meinung zum Thema aus. Er sei überzeugt, dass es eines Tages das Himmelreich auf Erden geben werde, allerdings wird der Zeitpunkt weniger von den Menschen abhängen. Das Himmelreich werde erscheinen, wie es in der Offenbarung (21:2-3) angekündigt ist: „Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herab fahren, bereitet wie eine geschmückte Braut ihrem Mann.“ Wie und zu welcher Zeit das geschehe, wisse nur Gott. Ob wir heute in dieser Zeit leben, wissen wir nicht. Allerdings könne man nach Vorzeichen für das Kommen des Himmelreiches Ausschau halten. Der intensive interreligiöse Dialog, dem heute große Bedeutung beigemessen wird, könnte so ein Zeichen sein. Nach dem Vortrag kam es zu einer intensiven Diskussion unter den Teilnehmern.
Zum ersten Mal nahmen auch Vertreter der Sikh-Religion
als Vortragende an einer UPF Veranstaltung teil. Bhai Jagmeet Singh, Priester
dieser religiösen Gemeinschaft, und Satbir Kitty gaben mit ihrer musikalischen
Darbietung ihrer heiligen Schriften einen besonders schönen meditativen Beitrag
zum Thema „Himmelreich“. Es gehört zur Tradition dieser religiösen
Gemeinschaft, die zu den jüngsten monotheistischen Weltreligionen gehört, Gott
mit musikalischer Begleitung zu lobpreisen und göttliche Weisheiten zu lehren.
Das war ihr Gebet und Beitrag für den Weltfrieden und damit ein Schritt zu
Errichtung des Himmelreiches, nach dem wir hier auf Erden streben sollten. Alle
waren sehr inspiriert von diesem Beitrag, weil es für die meisten Teilnehmer
das erste Mal war, mit der Tradition der Sikh-Gemeinschaft in Berührung zu
kommen.
Nach der Pause trug Dr. Tarek Ali, Koordinator der
islamischen Gemeinden in Wiesbaden, die Sichtweise des Islam vor. Es war ein
aufbauendes Beispiel interreligiöser Zusammenarbeit als er zusammen mit Frau
Anne Lichner, Mitglied der Familienföderation, Verse aus dem Koran vorzulas, die
er passend zu dem Thema vorbereitet hatte. Moslems glauben, dass das Leben auf
Erden eine Zeit der Bewährung für die Menschen ist. Der in den Taten sichtbar
gewordene Glaube werde darüber entscheiden, ob der Mensch ins Paradies kommt
oder nicht. Das Paradies werde aber nicht hier auf Erden Wirklichkeit, sonder
nur in der jenseitigen Welt.
Da sich das Programm etwas in
die Länge gezogen hatte, blieb für den letzten Vortragenden Claus Dubisz,
Vertreter der Familienföderation, nur mehr wenig Zeit. Er konnte aber in einem
sehr kompakten Beitrag die Sichtweise der Familienföderation sehr gut
vorstellen. Bei der Errichtung des Himmelreichs auf Erden trage der Mensch auch
einen Teil der Verantwortung und zwar vor allem dadurch, dass er eine
harmonische Familie aufbaue, in der wahre Liebe verwirklicht wird und die auf
Gott ausgerichtet ist. Vorbild für die Familienföderation sei die Familie von
Rev. Moon und seiner Frau. Was ihm persönlich sehr viel Hoffnung gebe sei die
Tatsache, dass deren Söhne das geistige Erbe und die Mission der eigenen Eltern
gemeinsam übernommen haben; seines Wissens ein seltener Fall in der Geschichte
der Religionen. Die Vision eines Himmelreichs gehe aber weit über die Grenzen
der Vereinigungsbewegung hinaus. Das zeige auch der geplante Bau eines Tempels
für alle Religionen, der bis zum Jahre 2010 fertig gestellt sein soll.

In der nachfolgenden
Situation wurde dann bemerkt, dass allein in der Bundesrepublik schon etliche
Kapellen und Gebetshäuser gibt, die speziell dafür ausgelegt sind, Gläubigen
aller Religionen einen Platz für Gebet und Meditation zu geben.
Der Abend endete dann mit vielen weitern lebhaften Gesprächen.