United Nations
International Day of Families
Stuttgart, 16. Mai 2009
Ganz im Zeichen der Familie stand eine Veranstaltung in Stuttgart zum Internationalen Tag der Familie, den die UNO seit 1994 jährlich am 15. Mai ausruft. Aufgegriffen hatte das Thema die deutsche Vertretung der UPF (Universal Peace Federation), die diesen Tag auch zum Anlass nahm, um einen „Family Award“ an drei ausgewählte Familien zu verleihen.
Karl-Christian Hausmann, Vorsitzender der Familienföderation e.V., in deren Räumen die Feierstunde stattfand, trug zur Eröffnung die Ansprache des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon vor. Gemäß dem diesjährigen Motto „Mütter und Familien – Herausforderungen in einer sich ändernden Welt“ wies er auf die vitale Bedeutung der Mütter in Familie und Gesellschaft hin. Die starke Kraft der Familie für den sozialen Zusammenhalt gründe nicht zuletzt auf der engen Mutter-Kind-Beziehung, welche vital ist für die gesunde Entwicklung von Kindern. Mütter in Entwicklungsländern sehen sich immer noch fundamentalen Gefahren ausgesetzt, wie hohe Gesundheitsrisiken bei der Geburt, Gewalt gegen Frauen, geringer Bildungsgrad und Doppelbelastung durch Erziehungsaufgaben und Broterwerb.
Welchen Wert die Familie und insbesondere die Leistung der Mütter für die Gesellschaft hat, erläuterte Gastrednerin Hildegard Piepenburg, vierfache Mutter und Redakteurin mit Auslandserfahrung in Jemen und Peru, die auch das bundesweite Familiennetzwerk unterstützt. Schon seit den Anfängen der Menschheitsgeschichte sei das Familienleben mit monogamer Paarbindung und intensiver Betreuung des Nachwuchses in das bio-kulturelle Erbe des homo sapiens eingeprägt. Ein Blick in die Menschheitsgeschichte zeige, wie sehr die Kraft einer Kultur von Stärke Zusammenhalt der Familien abhängt. Griechenland und Rom wurden übertriebener Hang zum Luxus, sittlicher Verfall und freiwillig gewählte Kinderlosigkeit zum Verhängnis. Versuche in der jüngeren Vergangenheit, den Menschen neu zu erfinden (Kommunismus) oder besondere Rassenmerkmale zu züchten (Nationalsozialismus) endeten mit dem Zusammenbruch der Regime.
Die Institution Familie sei aber auch heute durch gesellschaftliche Strömungen wie Individualismus und Hedonismus, neue Vorstellungen über die Bedeutung des Geschlechts und nicht zuletzt durch die strukturelle Benachteiligung von Familien in den Sozialsystemen bedroht. Die Leistungen einer Familie liegen nach wie vor darin, durch „Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit“ (Pestalozzi) zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen und die nachfolgende Generation zur Menschlichkeit zu erziehen. Lebensnotwendige Daseinskompetenzen werden zu 90% im Kontext von Familienbeziehungen und elementaren Bindungen eingeübt, ein Vorgang, den man auch als „Bildung von Humanvermögen“ (Gary Becker) bezeichnet. Staat und Wirtschaft leben damit von Voraussetzungen, die sie selbst nicht schaffen können, verweigern aber deren Anerkennung beispielsweise in Form eines Erziehungsgehalts und der Anerkennung des Mutterberufs.
Die Auszeichnung „Family Award“, überreicht in Form einer Urkunde durch Hausmann und den UPF Vorsitzenden Karl Meier, ging an die Familien Wenzel für das Zusammenleben in drei Generationen, Ruth und Heinz Kenner für 53jährige Ehe und Ida Kassiekpo-Schmidt und Walter Schmidt für interkulturelle Ehe und Einsatz für Waisenkinder in Afrika. UPF, eine weltweite NGO mit Beraterstatus bei ECOSOC, sieht in der Stärkung von Familienwerten und interreligiöser Kooperation eine wichtige Voraussetzung für die Schaffung eines dauerhaften Friedens in der Welt.
